Andacht zur Woche

01.12.2021 (Mi)

1. Dezember

Lebenszeichen

Was bedeutet „Lebenszeichen“ überhaupt?

In meinem alten Brockhaus-Lexikon von 1988 steht dieses Wort nicht. (Ich habe mich auch gewundert)

Auf Wikipedia wird es wie folgt definiert:

Lebenszeichen steht für:

  • in der Medizin - die erkennbaren Vitalfunktionen
  • im Rechtswesen - das letzte nachweisliche Lebensdatum eines Vermissten oder Verschollenen

Offensichtlich sind es sehr eklatante, außergewöhnliche Situationen, wenn man von Lebenszeichen spricht.

Mein letzter Gebrauch dieses Wortes stand jedoch in einem ganz anderen Kontext und war weitaus weniger „dramatisch“. Ich sagte es nämlich erst neulich, als ich unseren Austauschschüler mit dem Satz verabschiedete:

„Schick‘ uns doch mal ein Lebenszeichen, wir würden uns freuen.“

Natürlich habe ich dabei nicht an eine Kopie seines nächsten EKG-Ausdruckes gedacht😊! Nein - In Kontakt bleiben / am Leben des Anderen teilhaben, das stand hinter meinem Wunsch nach einem Lebenszeichen. Denn eins ist ja klar, ohne ein Lebenszeichen kann man keine Verbindung aufrechterhalten. Wenn Lebenszeichen ausbleiben, will oder – schlimmstenfalls - kann man keinen Kontakt aufnehmen.

Lebenszeichen sind also wichtig. In der Medizin, im Rechtswesen oder – so, wie ich sie verstehe – im sozialen Miteinander. Alles beginnt mit einem Lebenszeichen. Sie beruhigen, lassen hoffen, schenken Zuversicht, bauen auf, verleihen Freude, umarmen.

Ein bisschen viel? Ich glaube nicht,

denn das schönste und bedeutendste Lebenszeichen was wir je erhalten haben, wurde in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt. Ein kleines Lebewesen für alle, die suchen. Eine Verbindung, die sozialer nicht sein kann.

Und jetzt kommt die Zeit, dies zu feiern.

 

Einen schönen Advent wünscht Ihnen

Jutta Leiße

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