Gedanken zum Tag

11.08.2020 (Di)

Rätselhafte Schöpfung

Quizsendungen sind schön. Man kann sie mit der ganzen Familie sehen, es passiert nichts brutales, und es ist so befriedigend, etwas zu wissen, was der Kandidat nicht weiß. Aber man stellt auch fest, was man alles nicht weiß. Letztes Wochenende: Was haben NASA-Astronauten erlebt? Die Antwortmöglichkeiten sind: Mondstaub riecht wie Schießpulver.  - Im Weltraum zu essen, kitzelt im Hals. - Die Füße werden in der Schwerelosigkeit größer.

Antwort eins schließe ich persönlich sofort aus. Wie sollen die Astronauten auf dem Mond etwas gerochen haben? Die Raumanzüge müssen schließlich hermetisch verschlossen sein. Und als gezieltes Experiment kann ich mir die Geruchsprobe auch nicht vorstellen. Der Kandidat weiß auch nicht wirklich, was er mit den Antwortmöglichkeiten machen soll.

Dann die Auflösung: Antwort eins ist richtig. Mondstaub riecht wie Schießpulver. Das ärgert mich. Nicht nur, weil ich es als erstes ausgeschlossen habe, sondern weil mir die Vorstellung vom am Mond schnüffelnden Weltraumhelden nicht so ganz in den Kopf will. Und ich mag es nicht, etwas nicht zu verstehen. Ich frage also meinen Computer, und mein Computer fragt die NASA.

Die NASA ist nicht schweigsam, sondern hat informative Seiten, auf denen das Phänomen ausführlich beschrieben wird.

In der Tat haben die Mondfahrer nicht bei ihren Mondspaziergängen am Mond geschnüffelt. Sie haben sich auch bemüht, vor dem Einstieg in die Landefähre den ihnen anhängenden Mondstaub zu entfernen. Der hat aber eine so anhängliche Konsistenz, dass ihnen das nicht komplett möglich war, und es gelangte jedes Mal eine gewisse Menge Mondstaub in die Fähre. Und der roch wie verbranntes Schießpulver. So weit kann man den Vorgang verstehen. Jetzt kommt das Rätsel: Nach der Rückkehr zur Erde – riecht man nichts mehr! Und die Zusammensetzung des Mondstaubs hat auch mit Schießpulver überhaupt nichts zu tun.

Es gibt verschiedene Erklärungsversuche für dieses Phänomen. Aber niemand versteht es so ganz genau. Ist das ärgerlich? Auch in unserer Corona-Situation ärgern wir uns ja oft, wenn wir denken: Es müsste doch schon Lösungen geben.

Aber so funktioniert die Welt nicht. Ich hatte einen Chemie-Lehrer, der gesagt hat: Der Naturwissenschaftler bemüht sich, das Rätsel zu verstehen, das der liebe Gott ihm aufgegeben hat. Und wenn er denkt, er hat es gelöst, dann kommt der liebe Gott und gibt ihm ein neues Rätsel.

Manchmal ist dieses Rätsellösen sehr mühsam, so zur Zeit bei den Bemühungen, SARS-COV-2 zu verstehen. Aber manchmal ist es das Rätsellösen auch spannend. Bei Quizsendungen zum Beispiel. Und dass niemand wirklich erklären kann, warum der Mond so riecht, wie er riecht, ist das nicht auch faszinierend? Wir haben eine sehr großartige Schöpfung, die uns von einem sehr großartigen Schöpfer geschenkt ist, und diese Schöpfung ist nicht so schnell zu durchschauen.

In der Bibel heißt es: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“

Gott ist unendlich größer, als wir denken können, und schon die Rätsel seiner Schöpfung übersteigen unser Denken. Trotzdem denkt Gott an uns kleine Menschen. Ihm können wir mehr vertrauen als unserem Denken, ohne deshalb das Denken aufzugeben. Die Rätsel, die uns quälen, können wir ihm anvertrauen, und darum bitten, dass es Lösungen geben wird.

Und über viele Rätsel der Schöpfung können wir auch einfach staunen. Zum Beispiel über den Mondstaub.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Pfrn. Zina

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