Gedanken zum Tag

16.09.2020 (Mi)

Du stellst meine Füße auf weiten Raum

Die deutsche Sprache kennt viele Ausdrücke, die ausdrücken, dass der Raum eine große Rolle für unsere Sicherheit und unser Wohlbefinden spielt.

Z.B.:„bodenständig“, „geerdet“, „auf sicherem Grund“, „festen Boden unter den Füßen haben“.
Das Gegenteil klingt dann so: „Ein Abgrund tut sich auf“, „auf schwankendem Grund“, „im Boden versinken“, „den Boden unter den Füßen verlieren“. Hier werden jeweils ganz elementare und existentielle Gefühle ausgedrückt.

Wenn ich mir das Psalmwort (Ps. 31,9) genauer ansehe, so stelle ich fest, dass es hier um viel mehr geht, als darum, (gerade mal eben) nicht unterzugehen. Wenn ich „auf weitem Raum stehe“, so bleibt mir neben der lebensnotwendigen Sicherheit noch Platz für Phantasie, Kreativität und Spiel. Ich habe Luft um mich herum, kann mich frei bewegen und werde nicht bedrängt.
Der Satz drückt keinen Wunsch aus, er steht nicht im Konjunktiv. Die Sprecherin oder der Sprecher formulieren etwas, was für sie Wirklichkeit und selbstverständlich ist. Die Aussage gilt immer, nicht nur einmal, sondern jeden Tag.

Ich persönlich finde diese Zuversicht sehr beeindruckend und ermutigend und wünsche Ihnen auch einen „weiten Raum“, auf dem Sie gut stehen können.

Petra Paulokat-Helling

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