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Klosterstille und Stadttrubel

Kirche in Lippoldsberg Foto von Josef Dinand

Die Umgebung hier ist so schön und es gibt so viel zu sehen, dass man eigentlich gar nicht in Urlaub fahren muss. Dieser Gedanke begleitete die Teilnehmer der Exkursion zu den Klosterkirchen von Lippoldsberg und Bursfelde und nach Hann. Münden.

In Lippoldsberg ließ uns Herr Unger den Pilgerweg beim Betreten der Kirche nachvollziehen und machte uns auf die raffinierte Lichtführung durch die geschickt eingesetzten Fenster aufmerksam. Die Kirche ist mit der Entstehung im 12. Jh. nicht ganz so alt wie die in Bursfelde und auch theologiegeschichtlich nicht so bedeutsam, wirkt in ihrer schlichten und geschlossenen Gestalt aber sehr beeindruckend. Das gleiche gilt auch für die Akustik, wie sich die Gruppe mit einem improvisierten Taizé-Gesang überzeugen konnte. Heute wird sie als Gemeindekirche genutzt.

Klosterkirche in Bursfelde

In Bursfelde kamen wir rechtzeitig zum Mittagsgebet an, das war sicher für alle ein Höhepunkt der Fahrt. Die Klosterkirche hat eine sehr abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Von Graf Heinrich dem Fetten im 11. Jh. gegründet, u.a. um durch Gebete die schlimmen Folgen seines sicher nicht immer politisch korrekten Verhaltens abzuwenden, spielte sie dann eine wichtige Rolle in der sog. „Bursfelder Kongregation“ im 15. Jh. Die Bewegung wollte das geistliche Leben durch Rückbesinnung auf die Regeln Benedikts erneuern. Im 19. Jh. wurden Teile dann zweckentfremdet als Scheune für den Gutshof genutzt, der Marienkirche in Höxter erging es ja nicht wesentlich anders. Heute dient die Kirche mit ihren Nebengebäuden als geistliches Zentrum, Bildungs- und Tagungshaus.

Hann. Münden, Blick auf die Fulda

Den Abschluss der Fahrt bildete dann die Stadtführung durch Hann. Münden. Wie Höxter hatte die Stadt ihren Höhepunkt in der Renaissance. Weil es weder im Krieg noch danach Zerstörungen der Bausubstanz gab, ist der Bestand von z. T. kunstvoll ausgestalteten Fachwerkhäusern sehr beeindruckend. Eine bekannte Persönlichkeit in Hann. Münden, der man auf Schritt und Tritt begegnet, ist Doktor Eisenbart. Er war ein Chirurg und Wundarzt, der seiner Zeit, anders als es in dem bekannten Lied heißt, weit voraus war und international großen Ruhm erlangte.

Für diese lehrreiche und unterhaltsame Fahrt – ein großer Dank geht an Wolfgang Unger für die Führung – gab es mehr Anmeldungen als Plätze. Das Evangelische Forum plant, die Fahrt zu wiederholen, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Petra Paulokat-Helling

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