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Oldies. But Goldies. – Ein Sommergottesdienst mit Ohrwürmern
„Marmor, Stein und Eisen bricht …“ – und schon wurde mitgesungen. Beim Sommergottesdienst „Oldies. But Goldies.“ zeigte sich schnell: Manche Lieder brauchen keine lange Anlaufzeit. Ein paar Töne genügen, und Erinnerungen sind da, Bilder tauchen auf und manchmal auch Menschen, an die man lange nicht gedacht hat.
Unter freiem Himmel wurde deshalb dieses Mal eine ganz besondere musikalische Zeitreise gefeiert. Drafi Deutscher traf auf John Denver, Nicole auf Barclay James Harvest – und am Ende stellte sich heraus, dass der größte Oldie des Tages ausgerechnet ein Kirchenlied war: „Christ ist erstanden“ aus dem 12. Jahrhundert. Mehr als 800 Jahre alt und immer noch gesungen – wenn das kein echter Goldie ist!
Doch bei aller Freude an der Musik ging es um mehr als Nostalgie. Die bekannten Songs öffneten Türen zu den großen Fragen des Lebens.
Bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“ stand die Frage im Raum: Was hält eigentlich in unserem Leben, wenn manches eben doch zerbricht? Bei „Take Me Home, Country Roads“ ging es um die Sehnsucht nach einem Zuhause – und um die wunderbare biblische Zusage, dass ein Mensch bei Gott immer wieder heimkommen darf.
Barclay James Harvest erzählte in „Hymn“ auf seine ganz eigene Weise von Jesus. Und Nicoles „Ein bisschen Frieden“ klang mehr als vierzig Jahre nach seiner Veröffentlichung beinahe erschreckend aktuell. Frieden beginnt dabei nicht erst bei den großen Entscheidungen der Weltpolitik, sondern manchmal ganz klein: mit einem freundlichen Wort, einer ausgestreckten Hand oder dem Mut, nach einem Streit den ersten Schritt zu tun.
So wurden aus alten Schlagern und Popsongs plötzlich kleine Predigten über Liebe, Heimat, Frieden und Hoffnung.
Dass diese ungewöhnliche Mischung ankam, zeigte sich nicht nur beim kräftigen Mitsingen. Nach dem Gottesdienst gab es viele schöne Rückmeldungen.
„Toller Gottesdienst – nicht so steif!“, meinte eine Besucherin begeistert.
Und eine andere Rückmeldung brachte die Idee des Gottesdienstes besonders schön auf den Punkt:
„Sie haben den Gottesdienst super gestaltet. Ihre Übergänge vom Song zu Gott erschienen so leicht und logisch. Vielen Dank dafür.“
Genau das sollte dieser Sommergottesdienst sein: kein Gottesdienst, bei dem erst die Musik und dann irgendwann „das Kirchliche“ kommt. Sondern ein gemeinsames Entdecken, dass Gott und die Fragen des Glaubens längst mitten in unserem Leben auftauchen – manchmal sogar in einem alten Schlager, den wir seit Jahrzehnten auswendig können.
Denn vielleicht ist unser eigenes Leben ja auch so etwas wie eine große Playlist: Da gibt es fröhliche Lieder, Liebeslieder und solche, die wir am liebsten überspringen würden. Manche erinnern uns an wunderbare Zeiten, andere an Menschen, die uns fehlen.
Und durch all diese Lieder zieht sich für Christinnen und Christen ein alter Refrain, der bis heute nichts von seiner Kraft verloren hat:
Gott ist da. Die Liebe bleibt. Und wir gehen keinen Weg allein.
So wurde aus „Oldies. But Goldies.“ ein fröhlicher, sommerlicher Gottesdienst mit viel Musik, Erinnerungen, Nachdenklichem – und mit einigen Ohrwürmern, die vermutlich noch auf dem Heimweg weitergesungen wurden.