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Das Evangelische Forum zu Gast in Bruchhausen

Gunnar Wirth, Herr Gehrmann, Petra Paulokat-Helling

Viele Bruchhäuser und einige Höxteraner waren der Einladung zum Vortrag über die Taufengel in die Kirche in Bruchhausen gefolgt.

Zu Beginn erzählte Pfarrer Wirth die spannende Geschichte des dortigen Engels: Er war viele Jahrzehnte verschollen und wurde erst bei der Renovierung in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wiedergefunden und nach der Restaurierung über dem Taufbecken aufgehängt.

Der Lichtbildervortrag von Herrn Germann machte dann deutlich, dass der Bruchhäuser Engel viele für Taufengel typische Merkmale aufweist: Frisur, Größe, Körperhaltung (viele schweben oder „fliegen“) und die Muschel in der ausgestreckten Hand, in die eine Taufschale gestellt wurde.

Es ist schon verblüffend, dass ein solches „Kirchenmöbel“ – so der Untertitel des Vortrags – ausgerechnet (und nur!) in protestantischen Kirchen zu finden ist. Der Grund dafür ist darin zu sehen, dass in den Kirchen am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Platz knapp wurde. Hatte es nach dem 30jährigen Krieg, einer Klimakrise und einer Pestepidemie einen starken Bevölkerungsrückgang gegeben, so kam es jetzt zu einer wahren Bevölkerungsexplosion. In die Kirchen wurden Emporen eingebaut, der Platz im Altarraum wurde knapp. In Norddeutschland bis hinauf in den skandinavischen Raum verfiel man auf die Idee der mobilen Taufengel, sie wurden hochgezogen, wenn sie nach der Taufe nicht mehr gebraucht wurden und waren aus dem Weg. Engel haben als Begleiter des Menschen, auch als „Schutzengel“, eine lange Tradition.

Im 19. Jh. kam dann die Gegenbewegung: Die protestantisch-nüchternen preußischen Könige hielten nicht viel von dem „Gedöns“, verboten und verbannten es. Viele Taufengel haben die Verbannung aber überstanden und strahlen, wie in Bruchhausen, in alter Pracht. Es gibt auch einige moderne, über deren Aussehen man allerdings streiten kann, was die „Pracht“ anlangt.

Die Kirche bot einen schönen Rahmen für diesen sowohl lehrreichen als auch unterhaltsamen Vortrag.

Foto:Werner Ide  Text: Petra Paulokat-Helling

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