Andachten zum Monatsspruch
August 2026
August ist Hochsommer. Sommerferien. Das klingt nach Schwimmbadpommes und Eis am Stiel, nach endlosen Tagen und lauen Abenden, nach nicht ins Bett müssen und in den Sternenhimmel gucken, nach ganz viel Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Es wäre so einfach davon zu schreiben und in diesen Ferienwochen die Erfüllung jener Prophezeiung Jesu zu lesen.
Das Leben in Fülle!
Manchmal bedeutet Sommerferien aber auch: gähnende Langeweile, kein Schulessen und dadurch keine warme Mahlzeit mehr, mehr häusliche Gewalt, Wochen ohne Kinderbetreuung überbrücken bzw. wochenlang auf sich allein gestellt sein, außerdem Hitzestress, Dürre und Extremwetter…
Das Leben in Fülle?
Der Monatsspruch für den August ist eingebettet in das Gleichnis vom Guten Hirten. Jesus beschreibt sich als jemanden, der einer Schafherde Orientierung gibt, der sie schützt, der für sie da ist. Er schützt sie vor Dieben und vor wilden Tieren und setzt sich mehr für sie ein, als irgendein „Mietling“, also jemand, dem die Schafe nicht gehören, sondern der nur gegen Honorar die Aufgaben des Hirten übernimmt. Das alles führt er weit aus um dann am Ende zu sagen:
„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was nur mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10,27-30)
Das Leben in Fülle? – Ewiges Leben. Darauf scheint es hinauszulaufen. Eine Verheißung für eine Zukunft, die uns jetzt noch verborgen ist. Oder ist das auch wiederum zu einfach, den Trost, das Heil in eine andere Realität zu verschieben, raus aus unserem Leben im Hier und Jetzt?
Schließlich hat Jesus in dieser Welt geheilt und geholfen, hat die Not von Menschen gesehen und ihre Ängste genommen, hat ihre Einsamkeit durchbrochen und sich an ihren Tisch gesetzt.
Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Ein Leben in Fülle ist durchaus auch im Hier und Jetzt erstrebenswert. Ein Leben im Mangel, in Not und Gefahr ist es nicht. Es ist beschämend, dass es das dennoch gibt – nicht für die Betroffenen, sondern für uns als Gesellschaft, als Nachfolger Christi allemal. Was bräuchte es, damit für uns alle diese Sommerzeit nach Schwimmbadpommes, und Glückseligkeit in Fülle klänge?
Möge es für Sie und Euch alle so sein!
Ihr Pfarrer Tim Wendorff