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Verabschiedung von Pfarrer Uwe Neumann
Lachen als Superkraft
Synodalassessor Gunnar Wirth, der Uwe Neumann offiziell von seinen Aufgaben als Pfarrer entpflichtete, fand in seiner Ansprache ein wunderbares Bild: Uwes herzliches, lautes Lachen sei seine „Superkraft“.
Und tatsächlich: Wer Uwe kennt, kennt dieses Lachen. Es ist ansteckend, unverwechselbar und oft schon zu hören, bevor man ihn überhaupt sieht.
Aber Gunnar Wirth erinnerte auch an die andere Seite: an einen Pfarrer, der zuhören kann, der Menschen ernst nimmt, der mitfühlt und bei schweren Lebensgeschichten auch selbst Tränen in den Augen hat. Einer, für den Kirche vor allem eines bedeutet: Menschen begegnen, miteinander leben, Glauben teilen.
Und dass gutes Essen und Trinken dabei durchaus hilfreich sein können, gehört wohl ebenfalls zu Uwes ganz persönlichem Gemeindekonzept.
Musik, Überraschungen und viele Erinnerungen
Auch musikalisch war dieser Gottesdienst etwas Besonderes. Kreiskantor Florian Schachner, der Posaunenchor, eine Band sowie Sängerinnen und Sänger des Gospelchores „be voices“ sorgten für eine bunte musikalische Mischung.
Zwischen den Grußworten wurde es dann auch noch spielerisch: Ein Quiz sorgte für Heiterkeit und machte deutlich, dass ein Abschied nicht nur feierlich, sondern auch fröhlich sein darf.
Viele Weggefährten waren gekommen. Kolleginnen und Kollegen, Mitglieder des Presbyteriums, Vertreter aus Politik und Kirche und natürlich zahlreiche Gemeindeglieder.
Besonders schön war, dass auch Pfarrer Günter Struck aus Telgte dabei war, bei dem Uwe vor vielen Jahren sein Vikariat absolviert hatte. Seine Erinnerungen an den jungen Vikar sorgten für manches Schmunzeln.
Auch die katholischen Kollegen Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek und Pfarrer Frank Grunze ließen es sich nicht nehmen, persönliche Worte zu sagen. Sie erinnerten an die gute ökumenische Zusammenarbeit, an Offenheit, Humor und das unkomplizierte Miteinander.
Pfarrer Tim Wendorff, mit dem Uwe in den vergangenen Jahren im Bezirk Höxter zusammengearbeitet hatte, brachte es auf den Punkt: „Wir haben viel zusammen gelacht und manches auf den Weg gebracht.“
Dass die vergangenen Jahre mit Corona, Veränderungen in der Kirche und der angespannten finanziellen Situation nicht immer einfach waren, gehörte ebenfalls zur gemeinsamen Geschichte.
„Diese Menschen sind heute Teil meines Lebens“
Besonders persönlich wurde es, als Uwe selbst auf seine Dienstzeit zurückblickte.
„Ich bin unendlich dankbar, dass diese Menschen heute Teil meines Lebens sind“, sagte er über die vielen Begegnungen, die ihn in seinem Beruf begleitet und geprägt haben.
35 Jahre Pfarrdienst – das sind unzählige Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Das sind Kinder und Jugendliche, die inzwischen selbst erwachsen sind. Das sind Gespräche zwischen Tür und Angel, fröhliche Feste, schwere Stunden und immer wieder neue Begegnungen.
Von 1991 bis 2008 war Uwe Gemeindepfarrer in Beverungen, später Jugendpfarrer im Nebenamt und anschließend viele Jahre als Schulpfarrer in Brakel, Höxter und Warburg tätig. Seit November 2020 war er Pfarrer im Bezirk Höxter.
Besonders gerne erinnert er sich an die Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit, die Kinderbibeltage und das Jubiläum der Kilianikirche im vergangenen Jahr.
Ganz leicht fiel ihm der Gedanke an den Ruhestand zunächst nicht. Schließlich lässt man nach so vielen Jahren nicht einfach alles hinter sich.
Inzwischen sieht er das gelassener: „Kirche hat sich sehr verändert. Bei den weiteren Veränderungen sind jetzt die Jüngeren an der Reihe.“
Ruhestand? Von wegen Stillstand!
Wer nun glaubt, Uwe werde künftig nur noch gemütlich auf dem Sofa sitzen, kennt ihn schlecht.
Endlich wieder mehr Zeit zum Lesen – besonders Bücher und Comics stehen auf seiner Wunschliste. Dazu Kochen, neue Rezepte ausprobieren und sein ehrenamtliches Engagement im Beverunger Seniorennetzwerk ausbauen.
Und ganz ohne Kirche wird es wohl auch nicht gehen. Für den Gottesdienst an Heiligabend ist er bereits fest eingeplant.
Gemeinsam mit seiner Frau Astrid, die weiterhin als Pfarrerin in Beverungen tätig ist, bleibt er in Beverungen wohnen.
Ein Abschied mit Dankbarkeit und einem Lächeln
Nach dem Gottesdienst war noch lange nicht Schluss. Beim gemeinsamen Essen wurde erzählt, gelacht, erinnert und manche alte Geschichte wieder hervorgeholt.
Vielleicht war gerade das das Schönste an diesem Nachmittag: Es ging nicht nur um das Ende einer langen Dienstzeit, sondern vor allem um die Menschen, die diese Jahre miteinander geteilt haben.
Und so bleibt von diesem Abschied neben vielen guten Worten und schöner Musik vor allem eines in Erinnerung: ein herzliches Lachen, das hoffentlich noch lange durch unsere Gemeinde klingt.
Danke für 35 Jahre voller Begegnungen, Glauben, Humor und Herzblut. Und für deinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir Gottes Segen, viele schöne Entdeckungen und vor allem genügend Zeit für alles, was bisher zu kurz gekommen ist!